Monument, Neue Bahnstadt Opladen

Monument, Neue Bahnstadt Opladen

Burger & Brunch in einem Denkmal – das Monument in der Neuen Bahnstadt Opladen verbindet Geschichte, Gastfreundschaft und Aromen aus aller Welt. Ich komme zum Frühstück und entdecke, dass hier nicht nur auf dem Teller ziemlich viel zusammenpasst.

Monument. Übersetzt heißt das ja: Denkmal. Der Name ist kein Zufall. Das Restaurant an der Werkstättenstraße 39a residiert in einem denkmalgeschützten Gebäude des ehemaligen Ausbesserungswerks Opladen. Von 1903 bis 2003 wurde auf dem riesigen Areal Eisenbahngeschichte geschrieben.

Mehr Geschichte braucht es fürs Erste nicht. Schließlich bin ich zum Frühstücken hier. Die Sonne scheint auf die Neue Bahnstadt, die Terrasse ist bereits gut gefüllt. Nach einer ausgesucht freundlichen Begrüßung suche ich mir drinnen einen ruhigen Platz.

Dunkle Töne bestimmen den Raum, anthrazitfarbene Wände, darauf Schwarz-Weiß-Fotografien: Pyramiden, Tempel, Denkmäler aus aller Welt. Und natürlich das Ausbesserungswerk selbst. Über einer langen Tafel hängt ein riesiges historisches Foto des Werks, vermutlich aus den 1920er-Jahren. Wasserturm, Kesselhaus, Werkshallen – auch das Gebäude, in dem ich gerade sitze, ist darauf zu erkennen.

Geschichte. Genau das ist der Kniff des Monument. Das Thema begegnet einem immer wieder, ohne sich aufzudrängen. Sogar auf der Speisekarte. Dort entdecke ich den Burger „Akropolis“, mit Feta und karamellisierten Zwiebeln. Das muss man nicht als Fortsetzung des Denkmal-Themas verstehen. Kann man aber. Andere Restaurants hängen ihre Speisekarte an die Wand. Hier hängt gleich die halbe Weltgeschichte daneben.

Moment mal. Was wollte ich noch mal? Ach ja: frühstücken. Menemen klingt an diesem Morgen deutlich spannender als Rührei. Ich nehme die Variante mit Sucuk. Ganz verwegen bestelle ich noch zwei Scheiben Bacon dazu. Eine gute Entscheidung. Das Menemen kommt mit Tomate und etwas Koriander, angenehm und mit sicherer Hand gewürzt. Ich mag herzhaftes Frühstück, aber morgens muss es nicht gleich den Gaumen niederbrennen. Die Sucuk bringt Kraft mit, der Bacon den Extra-Wumms. Ernährungsphysiologisch lässt sich darüber sicher diskutieren. Geschmacklich eher nicht.

Rostam Safi empfiehlt dazu eine Frühstücksplatte. Ich habe mal wieder einen gesegneten Appetit. Warum also nicht? Also steht bald ein ziemlich stattliches Frühstück vor mir. Zuerst das Menemen, das darf nicht kalt werden. Dazwischen schnabuliere ich von der Brunchplatte: eine Olive hier, etwas Käse dort. Mit Maisbrot aus dem Korb tunke ich die letzten Reste des Menemen auf.

Dazu eine hausgemachte Limonade mit Gurke und Ingwer. Frisch, leicht scharf, ein wenig säuerlich. Passt erstaunlich gut zu Sucuk, Ei und Bacon. Zum Abschluss Maisbrot mit Honigfrischkäse, etwas Tomate und einem Tupfer Ajvar. Süß, cremig, herzhaft. Ein Frühstück, das offenbar keine Lust auf kulinarische Grenzkontrollen hat.

Eigentlich könnte ich jetzt gehen. Eigentlich. Denn da ist noch dieses Bild. An der Längswand hängt überlebensgroß Steve McCurrys berühmtes „Afghan Girl“. Zwischen all den Denkmälern ist es ein Blickfang – und für Rostam Safi mehr als Deko-ration.

„Ich habe afghanische Wurzeln“, sagt er. „Und wir versuchen im Monument, die Menschen zu inspirieren.“

Plötzlich passt dieses Bild sehr gut hierher. Zu einem Restaurant in einem alten Eisenbahngebäude in Opladen. Das Monument macht aus diesen verschiedenen Welten kein Konzept. Es lässt sie einfach zusammenkommen.

Und vielleicht passt es gerade deshalb so gut in die Neue Bahnstadt. Speisen im Denkmal. Ein alter Ort, der wieder lebt. Ich verabschiede mich und verspreche, bald wiederzukommen. Vor der Tür fällt mein Blick auf das ehemalige Kesselhaus. Groß, wuchtig, monumental. Der alte Ziegelbau mit seinem Anbau aus Cortenstahl ist längst eine Landmarke der Neuen Bahnstadt. Wo einst das Ausbesserungswerk mit Energie versorgt wurde, wird heute auf Zeit gewohnt und jungen Menschen die Finanzwelt erklärt. Auch so kann man Industriegeschichte fortschreiben.

Alte Mauern. Neues Leben. Gutes Essen.

Heureka!

 

Werkstättenstraße 39a
51379 Leverkusen
Tel.: 02171 366 366 9

Monument